Von der Mülltonne auf den Laufsteg: Upcycling Couture in der Q1
Im Rahmen des Kunstunterrichts in der Q1 bei Frau Seeburg haben wir uns intensiv mit dem Thema Mode beschäftigt. Die Aufgabe dieser Unterrichtseinheit lautete: in Zweier- oder Dreiergruppen ein tragbares Mode-Outfit aus ungewöhnlichen Alltags- und Wegwerfmaterialien zu entwerfen. Zur Auswahl standen uns unter anderem Joghurtbecher, alte CDs, Kassettenbänder, Plastikverpackungen, Drähte und vieles mehr. Diese Materialien durften wir dann nähen, kleben, binden und miteinander kombinieren.
Frau Seeburg gab uns zwei Optionen, wie wir unser Outfit gestalten durften: entweder konnte man ein Outfit kreieren, dass zu einer bestimmten historischen Epoche passt – wie dem Mittelalter oder den 1980er Jahren. Oder man suchte sich eine bestimmte Thematik aus, wie zum Beispiel Demokratie, Konsum, Zukunft oder Umweltzerstörung. Man kann also sagen, dass wir wirklich eine sehr freie Auswahl hatten.
Der Ablauf war in verschiedene Phasen aufgeteilt. Alles begann mit der Entwurfsphase. Hierbei sollten wir eine Skizze und eine mindmap anfertigen, um unsere Ideen zu „brainstormen“ und uns schonmal einsetzbare Materialien zu überlegen. Viele Gruppen haben sich dafür zusätzliche Inspiration aus dem Internet und von Pinterest geholt.
Als Nächstes die Umsetzphase – der eigentlich spannende Teil. Dabei haben wir die Outfits praktisch gestaltet: es wurde getackert, geklebt, genäht und vieles mehr. Wir mussten uns passende Strategien überlegen, wie wir die Materialien am besten umgesetzt bekommen, sodass es am Ende schön aussieht und vor allem auch hält. Die Kriterien waren nämlich, dass das Outfit tragbar sein sollte und auch stabil genug für die Modenschau sein muss. Es gab natürlich auch Momente von Verzweiflung – weil vielleicht das eine oder andere Mal ein Material nicht haften bleiben wollte – aber am Ende hat sich die Mühe absolut ausgezahlt.
Die letzte Phase war die Präsentation im Klassenverband. Alle Gruppen haben bis zum Schluss fleißig an ihren Outfits rumgebastelt, und am Ende sollte eine Person aus jeder Gruppe das Outfit auf dem „Laufsteg“ präsentieren. Eine andere Person hat dabei einen erklärenden Text vorgelesen, der das Thema oder die Epoche erläutert und die Materialwahl sowie die Wirkung des Outfits beschrieben hat.
Meiner Meinung nach war das Projekt eine tolle und bereichernde Abwechslung zu einer eher „regulären“ Unterrichtseinheit. Durch dieses neue Format konnte man die Gestaltung direkt in die eigene Hand nehmen. Vor allem hat mir gefallen, dass wir bezüglich der Thematik sehr viel Freiraum hatten. Dementsprechend konnte man Kleidung gestalten, die einem am Ende vielleicht auch wirklich gefiel. Auch der Bezug zum Alltag war total gegeben, weil es sich ja letztendlich um Kleidung handelt. Uns allen wurde dabei klar, wie viel Arbeit eigentlich im Design und in der Mode steckt. Außerdem bot dieses Projekt uns die Möglichkeit, aus Dingen, die man sonst einfach wegschmeißt, eigene Kleidung zu kreieren. Auch wenn es beim Basteln und Befestigen der Materialien ab und zu ein paar Schwierigkeiten gab, hat das Ganze im Team sehr viel Spaß gemacht. Vor allem fand ich es toll, am Ende die vielen verschiedenen Outfits auf dem Laufsteg zu sehen.
Artikel von Helena Russbild
