Die Erdkundekurse der Jahrgangsstufe EF von Frau Burkhardt, Herrn Simon und Herrn Dahlmann besuchten im Rahmen des Unterrichts den Driehsen Hof in Tönisvorst. Im Mittelpunkt der Exkursion standen die moderne Milchviehhaltung sowie die Erzeugung erneuerbarer Energien durch Photovoltaik und Biogas.
Der landwirtschaftliche Betrieb mit rund 270 Milchkühen bot den Schülerinnen und Schülern anschauliche Einblicke in die Aufzucht der Kälber, die Fütterung und Haltung der Kühe sowie das Melken im Melkkarussell. Besonders interessant war der Einsatz digitaler Technik: Sensoren liefern Daten zur Temperatur, Bewegung und Wiederkauaktivität der Tiere und unterstützen so die frühzeitige Erkennung von Krankheiten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Energieerzeugung. Neben mehreren Photovoltaikanlagen betreibt der Hof eine Biogasanlage, in der ausschließlich Gülle und Mist aus der eigenen Tierhaltung vergoren werden. Anders als bei vielen größeren Anlagen werden dafür keine eigens angebauten Energiepflanzen eingesetzt. Die Biogasanlage tritt somit nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion und entschärft die sogenannte Teller-Tank-Debatte.
Das bei der Vergärung entstehende Methan wird aufgefangen und in einem Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Dadurch ist die Treibhausgaswirkung geringer, als wenn das Methan unkontrolliert aus der gelagerten Gülle in die Atmosphäre entweichen würde. Anschaulich wurde erklärt, dass rechnerisch jede Kuh über ihre Gülle ungefähr so viel Strom erzeugt, wie ein durchschnittlicher Haushalt im Jahr verbraucht.
Die entstehende Wärme wird unter anderem für den Fermenter, das Wohnhaus und die Warmwasserversorgung genutzt. Dadurch wird auf dem Hof kein Heizöl mehr benötigt, während früher jährlich mehrere Tausend Liter verbraucht wurden. Gemeinsam mit den Photovoltaikanlagen ermöglicht dies dem Betrieb eine weitgehend eigenständige Versorgung mit Strom und Wärme.
Die Exkursion zeigte, wie auf dem Hof die nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln mit erneuerbarer Energie und betrieblicher Kreislaufwirtschaft verbunden wird. Zugleich wurden die Chancen und Herausforderungen einer zunehmend spezialisierten und technisierten Landwirtschaft deutlich.
Ein herzlicher Dank gilt dem Team des Driehsen Hofs für die informative und anschauliche Führung.
